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Philosophie des Buchstoffes: Das Buch beschreibt eine Begegnung. Zwei Menschen treffen sich in der Gegenwart, nicht ahnend, dass sie einander brauchen und sich vertrauen müssen, obwohl sie beide vor einiger Zeit beschlossen hatten, niemals mehr zu vertrauen. Susan, die Erzählerin, weil sie ihre grausamen Erinnerungen vergessen will und Rage, die Hauptfigur des Romans, weil er empfindet anders zu sein als die Menschen um sich herum; und weil er eine tiefe Angst vor sich selbst wahrnimmt. Das Ende des Buches erklärt, warum das so ist. Rage ist eine Mutation. Er ist der nächste Schritt der Evolution und der erste Schritt in eine neue Welt.
Eine andere Welt. Keine bessere, und keine schlechtere, -eben ein anderer Weg in die Zukunft. So muss sich der Leser mit zwei sehr schwierigen Persönlichkeiten auseinandersetzen: Leiden mit der hasserfüllten, gebrochenen Seele der Journalistin Susan und rätseln, warum sich Rage nicht wie ein gewöhnlicher erwachsener junger Mann verhält; warum Rage überhaupt nicht begreift, welche Seelenqualen Susan durchleidet. Immer wieder erlebt Susan, dass Rage nicht ihr typisches, eingebranntes Klischee eines Durchschnittsmannes erfüllt. Er ist ihr unheimlich, weil er sie in vielen Dingen versteht und er ist ihr unangenehm, denn sie empfindet sein Verständnis, als würde er in ihr Innerstes blicken können. Auch Rage fühlt sich von Susan oft ertappt, wenn sie ihm selbstbewusst klarmacht, dass seine Ängste ein Teil seines Lebens sein werden und er sich damit auseinandersetzen muss. Im Vordergrund steht die Erkenntnis nach mehr Verständnis für den Nächsten; denn Rages Psyche beschäftigt sich nicht mit der Vision von einer besseren Welt; er bereitet den Weg dahin durch sich selbst vor, er besitzt eine Gabe, die uns Jetztzeitwesen wohl noch fehlt. Diese Gabe gibt ihm die Möglichkeit, andere Prioritäten zu setzen; emotional gelassener zu reagieren und überlegter zu entscheiden, aber genau das ist es, was es für seine Freunde oft so schwierig macht: sie können nicht abschätzen, wie Rage reagiert. Das macht ihn zu einem Einzelkämpfer, ähnlich wie Susan. Und nun erleben sie auch noch gemeinsam eine unfassbare Geschichte, in der Susan per Zufall (oder auch nicht) Zeugin einer globalen Bedrohung durch einen Virus wird. Nicht nur ein Grippevirus, sondern ein mikrobiologischer Feind unserer genetischen Struktur. Dieser Retro-Virus existiert bereits, nur wird er strengstens geheim gehalten und verwahrt. Ein wahnsinniger Heilslehrer aus Damaskus, Abdul Alhazred, auch "der verrückte Araber" genannt, verfolgt den Mikrobiologen Hendrikson, um sich mit Hilfe jenes unheilbringenden Virenstammes eine neue Elite zu konstruieren. Zu jedem Aggressor auf dieser Erde gibt es auch eine Waffe, ein Gegenmittel. Um dieses Gegenmittel zu finden, und um Alhazred zu stoppen, verbünden sich Susan und Rage. Gemeinsam mit ihren Freunden bleiben sie Alhazred auf den Fersen und bringen sich selbst in die bedrohlichste Situation ihres Lebens. Dass die Reise der Darsteller, die stellvertretend für uns Erdenbürger stehen, an die Wurzeln unserer Zivilisation zurück führt, erklärt sich durch die Thematik der Evolution von selbst.
Der Leser findet sich nicht in einem Actionthriller wieder, vielmehr scheint die Bedrohung der Welt eine unausweichliche Therapie der beiden Hauptfiguren zu sein. Sie retten wohl die Welt, aber vor allem retten sie sich selbst.
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