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Gentechnologie

Mit dem Begriff Gentechologie bezeichnet man alle Methoden, mit denen man einzelne Gene aus dem Genpool isoliert, ihre Funktion bestimmt, sie vervielfältigt oder Gene neu kombiniert. Es gibt drei DNA_animatedunterschiedliche Arten der Gentechnik: Gentechnik in der Medizin, mit der dem Menschen geholfen werden soll, heißt rote Gentechnik. Grüne Gentechnik bezeichnet den Einsatz von Genetik in der Landwirtschaft, also die genetische Veränderung von Nutzpflanzen. Graue Gentechnik meint Gentechnik in der Mikrobiologie und im Umweltschutz.

 

Die Geografie der Gene

Unterschiede im Genom geben Auskunft über die Herkunft
Die Gene eines Menschen spiegeln seine geografische Herkunft bis auf wenige hundert Kilometer genau wider. Das haben US-amerikanische Forscher bei einer Analyse der genetischen Fingerabdrücke und der Herkunftsorte von mehr als 3.000 Europäern entdeckt. Demnach existiert eine überraschend enge Verbindung zwischen geografischer Nähe und Anzahl der Unterschiede im Genom: Je näher die Abstammungsorte beieinander lagen, desto stärker ähnelten sich auch die Gene. Der Zusammenhang war so eindeutig, dass eine grafische Darstellung der Daten eine frappierende Ähnlichkeit mit der Europakarte aufweist. Der geografische Einfluss müsse daher dringend bei der Suche nach krankmachenden Genveränderungen berücksichtigt werden, schreiben John Novembre von der Universität von Kalifornien in Los Angeles und seine Kollegen.DNA_animated2

 

Das Gläserne Labor

Das Gläserne Labor, eine neuartige Bildungseinrichtung für Gen- und Biotechnologie, eröffnete im Jahre 1999 als eines der ersten Schülerlabore in Deutschland auf dem Campus Berlin-Buch. Schüler, Studenten und interessierte Besucher können hier in authentischen Forschungslaboren gentechnische und zellbiologische Experimente selbstständig durchführen und mit Wissenschaftlern über konkrete Anwendungen in Forschung, Medizin und Biotechnologie diskutieren. Elementare Techniken wie DNA-Gewinnung, Genübertragung oder der genetische Fingerabdruck bleiben dadurch nicht länger abstrakt, sondern werden begreifbar und leichter verständlich.
Das Gläserne Labor bietet ebenfalls ein umfangreiches Angebot an Fort- und Weiterbildungen für Laborkräfte und Wissenschaftler in den Bereichen Molekularbiologie, Molekulare Medizin, Bioinformatik und Arzneimittelentwicklung.

Weblink zum Gläsernen Labor


1500 Genforscher diskutieren an der Freien Universität über RNA

Die RNA hat in der Zelle unterschiedliche Aufgaben. Mit ihrer Hilfe werden unter anderem genetische Informationen „abgelesen“ und als Bauplan für die  Produktion von Proteinen weitergegeben. In den vergangenen Jahren hat die Erforschung der Struktur und Funktion der Ribonukleinsäuren einen beispiellosen Aufschwung genommen. Grund dafür ist die Erkenntnis, dass die RNA-Moleküle die geheimen Regulatoren der Zelle sind. Diese Feststellung wird auch dadurch gestützt, dass diese heimlichen Regulatoren (noncoding RNAs) in ihrer Zahl sehr deutlich mit dem Entwicklungsstand der Lebewesen ansteigen. Somit hat der Mensch mit Abstand die meisten noncoding RNAs und die einzelligen Bakterien die wenigsten.

Der Kongress befasst sich deshalb unter anderem mit der Struktur und Funktion von RNA-Molekülen, die alleine oder im Zusammenhang mit gebundenen Eiweißmolekülen in der Zelle wie molekulare Scheren funktionieren können. Weitere RNA-Moleküle haben hohe Bindungseigenschaften für andere Moleküle der Zelle entwickelt, sodass sie in ihrer Funktionsweise denen der Antikörper unseres Immunsystems sehr ähnlich sind. Diese breitgefächerten Funktionen geben den RNA-Molekülen nicht nur für die zukünftige Biotechnologie, sondern vor allem für die Molekulare Medizin größte Bedeutung.

Zu den Teilnehmern des Kongresses gehören so namhafte Experten wie Prof. David Baulcombe aus Cambridge (England), Prof. Witek Filipowicz aus Basel, Prof. Phillip Sharp aus Cambridge (USA) und Prof. Thomas Tuschl von der Rockefeller University in New York. Tuschl entdeckte vor wenigen Jahren den Mechanismus der RNA-Interferenz, der es ermöglicht, einzelne Gene „abzuschalten“.

Der Kongress ist bereits die dritte hochkarätig besetzte RNA-Konferenz innerhalb der vergangenen neun Monate, die vom „Berliner Netzwerk für RNA-Technologien organisiert wurde. Das Netzwerk ist vor etwa zehn Jahren von Prof. Volker A. Erdmann von der Freien Universität mit Hilfe des Berliner Senats, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Industrie gegründet worden.

Weblink zum Kongress-Artikel


LINK: Ein Glossar zum Thema Gentechnologie

 

 

Animation: Animiertes Strukturmodell einer DNA-Helix in B-Konformation. Die Stickstoff (blau) enthaltenden Nukleinbasen liegen waagrecht zwischen zwei Rückgratsträngen, welche sehr reich an Sauerstoff (rot) sind. Kohlenstoffatome sind grün dargestellt. Das Modell dreht sich rechts herum; kräftige Farben sind weiter vorne, blasse Farben weiter hinten. Quelle: wikipedia